Seit Ende März ist unser erster vollelektrischer Sattelzug im täglichen Einsatz. Nach knapp vier Monaten und rund 30.000 Kilometern konnten wir Anfang August eine positive erste Bilanz ziehen. Der MAN eTGX hat sich insbesondere auf unseren regionalen Tagestouren bewährt und liefert uns wertvolle Erfahrungen für den Einsatz von Elektromobilität im Schwerlastverkehr.
Unser „E-Bub“, wie ihn unsere Fahrerin Biggi nennt, fährt überwiegend Strecken zwischen 400 und 500 Kilometern. Geladen wird hauptsächlich an unserem Standort in Pleinfeld. Dabei nutzen wir möglichst Strom aus unserer eigenen Photovoltaikanlage. Zusätzlich steht am Abend unser Batteriespeicher zur Verfügung.
Der durchschnittliche Energieverbrauch liegt bei rund 90 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Nach unseren bisherigen Berechnungen liegen die Energiekosten damit bei etwa einem Drittel eines vergleichbaren Diesel-Lkw. Auch längere Touren sind mit entsprechender Planung möglich: Die bislang längste Strecke führte über 495 Kilometer – am Ziel standen noch fünf Prozent Restkapazität zur Verfügung.
Für unsere Fahrerin Biggi war der Umstieg zunächst eine Umgewöhnung. Inzwischen schätzt sie vor allem die ruhige Fahrweise und die Möglichkeit, den Energieverbrauch durch vorausschauendes Fahren und den Eco-Modus zu beeinflussen.
Natürlich bringt der Einsatz eines Elektro-Lkw auch Herausforderungen mit sich. Vor allem die öffentliche Ladeinfrastruktur muss aus unserer Sicht weiter auf die Anforderungen schwerer Nutzfahrzeuge ausgerichtet werden. Für unseren aktuellen Einsatz sind wir mit der Ladeinfrastruktur an unserem Standort jedoch gut aufgestellt.
Nach rund 30.000 Kilometern steht für uns fest: Der E-Truck hat sich im täglichen Betrieb bewährt. Die gesammelten Erfahrungen helfen uns dabei, die Einsatzmöglichkeiten eines vollelektrischen Sattelzugs besser einzuschätzen und die Elektromobilität Schritt für Schritt in unseren Fuhrpark zu integrieren.